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Erhöhte Harnsäure möglicher Risikofaktor für Typ 2 Diabetes?

(28.09.2009) Risikofaktoren für einen Typ 2 Diabetes zu ermitteln, ist wichtig für ein frühes Erkennen der Krankheit und damit für eine möglichst früh einsetzende Behandlung. Japanische Wissenschaftler haben nun durch eine Meta-Analyse Belege dafür gefunden, dass der schon oft kontrovers diskutierte Risikofaktor Harnsäurespiegel als unabhängiger Risikofaktor für Diabetes Typ 2 gelten kann.




Struktur von Harnsäure

Harnsäure ist ein Endprodukt im Purin-Stoffwechsel. Die so genannten Purine sind Bausteine im Kern einer jeden Körperzelle. Diese Bausteine werden zu 90 Prozent sofort wiederverwertet. Nur ein kleiner Teil fällt als Harnsäure an. Ist von ihr zu viel im Blut im Umlauf, nennt man dies Hyperurikämie. Eine mögliche Folge der Hyperurikämie ist Gicht. Erhöhte Harnsäurespiegel sind eine typische Wohlstandserscheinung, die vor allem mit dem Verzehr von purinreichen tierischen Nahrungsmitteln, dazu gehören besonders Innereien und Fleisch, und Alkoholkonsum zusammenhängen.

Der japanische Endokrinologe Saturo Kodama und sein Team von der Universität Tsubaku werteten für eine Metaanalyse verschiedene Studien, die sich mit einem möglichen Zusammenhang von Harnsäure und Diabetesrisiko befasst hatten, aus. Ein erhöhter Harnsäurespiegel verschlechtert die Insulinresistenz. Zudem führt ein erhöhter Insulinspiegel bei Insulinresistenz oft zu einem Anstieg der Harnsäure.

Für die Studie wurden elf Kohortenstudien mit insgesamt 42.834 Patienten ausgewertet. Die Auswertung ergab pro Anstieg von 1 mg/dl Harnsäure im Blut ein um 17 Prozent erhöhtes Risiko für einen Typ 2 Diabetes. Die Ergebnisse blieben auch nach Berücksichtigung der unterschiedlichen Studiendesigns signifikant.

Schon länger ist bekannt, dass ein erhöhter Harnsäurespiegel mit einzelnen Komponenten des metabolischen Syndroms einhergeht, wie Adipositas, erhöhte Blutfette sowie Bluthochdruck. Es gibt seit längerem die Diskussion, ob Harnsäure ein unabhängiger Risikofaktor für Diabetes Typ 2 sein könnte. Die Ergebnisse dieser Metaanalyse sprechen dafür.

Kirsten Lindloff, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Kodama S, Saito K, Yachi Y et al. Association Between Serum Uric Acid and Development of Type 2 Diabetes. Diabetes Care  September 2009, vol. 32  no. 9: 1737-1742

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