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Diabetes-Entstehung im Alter: Wie der Lebensstil das spätere Risiko beeinflusst

(03.09.2009) Ein Typ 2 Diabetes tritt zwar auch bei jüngeren Menschen auf, jedoch sind gerade ältere Menschen hauptsächlich davon betroffen. Verschiedene Faktoren wie Ernährungsgewohnheiten, Rauchen, Alkoholkonsum, das Gewichtsverhalten und körperliche Aktivitäten spielen auch hier eine herausragende Rolle. Der Einfluss verschiedener Faktoren des Lebensstils auf die Möglichkeit an einem Typ 2 Diabetes im späteren Lebensalter zu erkranken, wurden noch nicht hinreichend gut untersucht.





Foto: Techniker Krankenkasse

In der vorliegenden Studie analysierten Wissenschaftler aus den USA den Zusammenhang zwischen Lebensstil und dem Auftreten eines Diabetes innerhalb eines Zeitraumes von 10 Jahren.

Ein risikoarmer Lebensstil zeichnete sich durch folgende Punkte aus:

  • körperliche Aktivität
  • einen hohen Ballaststoffanteil in der Nahrung
  • ein günstiges Verhältnis zwischen ungesättigten und gesättigten Fetten
  • einen Bauchumfang von nicht mehr als 88 cm bei Frauen und 92 cm bei Männern  
  • Rauchverzicht
  • einen geringen bis moderaten Alkoholkonsum
  • einen BMI (Body-Mass-Index)kleiner als 25.

Insgesamt wurden 4883 Männer und Frauen im Alter von 65 Jahren und älter untersucht. Das durchschnittliche Alter betrug 73 Jahre. 58,6 Prozent der Teilnehmer waren Frauen, 11,4 Prozent waren der farbigen Bevölkerung angehörig. Annähernd die Hälfte der Teilnehmer waren zu keinem Zeitpunkt ihres Lebens Raucher.

Innerhalb dieses Untersuchungszeitraumes von 10 Jahren sind 337 neue Typ 2 Diabetesfälle aufgetreten. Nach einem statistischen Abgleich bezüglich Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft, Jahreseinkommen und Bildungsstand zeigte sich, dass jeder einzelne Risikofaktor unabhängig mit dem Auftreten eines Diabetes verknüpft war.

Das Risiko, einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln, war um 35 Prozent geringer, wenn ein Faktor, welcher einen risikoarmen Lebensstil kennzeichnet, hinzukam. Bei den Teilnehmern, die körperlich aktiv waren, sich gesund ernährten, Rauchverzicht übten und nur in geringen Mengen Alkohol konsumierten, war das Risiko für das Auftreten eines Typ 2 Diabetes um 82 Prozent geringer im Vergleich zu den Teilnehmern, die alle Risikofaktoren aufwiesen. Das Risiko war sogar um 89 Prozent niedriger, wenn zu den eben genannten Faktoren zusätzlich der BMI unter dem Wert von 25 oder der Bauchumfang unter 88 cm bei Frauen oder unter 92 cm bei Männern lag. Insgesamt kann festgehalten werden, dass bei neun von zehn neu aufgetretenen Diabetesfällen die genannten Risikofaktoren eine entscheidende Rolle spielten.

Schlussfolgerung:
Auch im fortgeschrittenen Alter lohnt es sich, verschiedene Risikofaktoren zu minimieren, um das Auftreten eines Diabetes zu verhindern. Die Studienergebnisse unterstreichen, dass das Risiko, einen Typ 2 Diabetes im fortgeschrittenen Alter zu entwickeln, beträchtlich gemindert werden kann, selbst dann, wenn es nicht möglich ist, sämtliche Risikofaktoren im Sinne eines idealen Lebensstiles auszuschalten. Selbst kleine Veränderungen können viel bewirken!


Gunilla Erdmann, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle:
Mozaffarian et al. Lifestyle Risk Factors and New-Onset Diabetes Mellitus in Older Adults The Cardiovascular Health Study. Arch Intern Med. 2009; 169(8):798-807

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