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Blutzuckermessung mit Hilfe eines Tattoos

(16.03.2009) Bisher messen Menschen mit Diabetes mellitus ihren Blutzuckerwert anhand eines kleinen Blutstropfens, der durch einen Stich in die Fingerbeere gewonnen wird. Besonders für Menschen, bei denen Diabetes mellitus frisch diagnostiziert wurde, ist bei diesem Vorgehen anfangs meist jedoch noch eine kleine Überwindung nötig. Es wurde daher schon häufig versucht, neuartige Verfahren zu entwickeln, um der manchmal mehrmals täglichen Blutabnahme ein Ende zu bereiten.




Blutzuckermessung durch die Haut, zukunftstauglich?
Foto: Armin Kübelbeck

Ein Institut in Massachusetts hat nun einen speziellen Farbstoff entwickelt, der das Blutzuckermessen vereinfachen soll. Es handelt sich dabei um eine Art Tattoofarbe. Die Farbe besteht aus Nanopartikeln, kleinen Kügelchen, die einmalig unter die Haut gespritzt werden sollen. Dabei würden diese nicht die Eindringtiefe von Tattoofarbe erreichen und sich nach einigen Jahren von selbst wieder auflösen.

Die Partikel haben einen Durchmesser von 120 Nanometern und enthalten einen Fluoreszenzfarbstoff, der an eine jeweilige Zielchemikalie bindet. Je mehr Moleküle der Zielchemikalie an die Nanopartikel gebunden werden, desto stärker fluoreszieren die Partikel. Die Fluoreszenz ist mit Hilfe eines kleinen speziellen Sensors durch die Haut messbar. Die Haut wird dabei nicht verletzt.

Bisher wurde diese neuartige Methode an Mäusen mit der Natrium-empfindlichen Partikeln getestet. So könnte z. B. eine Austrocknung (Dehydration) des Körpers, wie sie häufiger bei älteren Menschen oder aber auch Babys nach einem Magen-Darm-Infekt mit Erbrechen und Durchfall auftritt, anhand der Fluoreszenzstärke erkennbar sein. Nun  soll das gleiche Prinzip mit der Zielchemikalie Glukose getestet werden. Anhand des Sensors kann dann durch die Haut abgelesen werden, ob der momentane Blutzuckerwert gut, zu hoch oder zu niedrig ist. Im Reagenzglas funktioniert die Messung der Zuckermoleküle anhand des Fluoreszenzfarbstoffs bereits. Als nächstes soll die Farbe Mäusen injiziert werden. Bis zu einer Testphase am Patienten werden noch mindestens zwei Jahre vergehen, so die Entwicklerin Heather Clark. Konkrete Studiendaten zu bisherigen in vitro- und Tiermodell-Versuchen liegen noch nicht vor.

Bedenklich wird eine eventuelle Immunreaktion des Körpers auf die Nanopartikel werden. Eine Entzündungsreaktion wäre nicht nur eine unerwünschte Nebenwirkung, sondern eine Immunabwehr würde auch die -zumindest lokalen- Blutzuckerwerte beeinflussen und die Messung verfälschen. Außerdem könnten die Hautfarbe, der jeweilige Bräunungsgrad sowie das Alter der Haut Einfluss auf die Fluoreszenzmessung haben. All diese Faktoren werden eine große Rolle bei der Weiterentwicklung der neuartigen Blutzucker-Messmethode spielen und dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Es ist also noch abzuwarten, was sich in Zukunft aus der „Blutzucker-Messfarbe“ entwickeln wird.


Jana Vogler, Online-Redaktion Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quellen:
www.draper.com/staff_profiles/Clark.html;
www.heise.de/tr/artikel/127162;  
www.diabetesincontrol.com/results_print.php?storyarticle=6506

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