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Schlaganfälle bei Diabetikern werden seltener

(05.02.2009) In Deutschland erleiden über 200.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Forscher aus Schweden haben in einer über 19 Jahre angelegten Studie die Daten von 15.382 Schlaganfallpatienten analysiert. Es galt herauszufinden, ob sich die Häufigkeit von Schlaganfällen und ihre Auswirkungen über die Jahre bei Patienten ohne und mit Diabetes mellitus verändern. 22,8 % der in der Studie berücksichtigten Patienten litten zum Zeitpunkt ihres Schlaganfalls schon an Diabetes mellitus.




Arteriosklerose kann zu Herzinfarkt sowie Schlaganfall führen
Foto: DAK

Wie bereits andere Studien zuvor bestätigte auch diese ein allgemein sinkendes Schlaganfallrisiko und eine geringere Sterblichkeit nach Schlaganfällen in der westlichen Welt. Als Ursache wird eine gesündere Lebensweise genannt, da zeitgleich die Zahl der Raucher gesunken ist und weniger Menschen an zu hohen Cholesterinwerten leiden als noch vor 19 Jahren. Zudem wurde im gleichen Zeitraum die Behandlung von Bluthochdruck verbessert, welcher bisher das Risiko eines Schlaganfalls nachweislich erhöhte. Erfreulicherweise gelten diese Beobachtungen auch für Schlaganfallpatienten mit zuvor festgestelltem Diabetes mellitus, wie die schwedische Studie herausfand - basierend auf den Daten des WHO-Projektes MONICA („Multinational Monitoring of Trends and Determinants in Cardiovascular Disease“).

In der Studie waren Frauen mit Schlaganfall, aber ohne Diabetes mellitus im Durchschnitt 65,6 Jahre alt, Männer 64,6 Jahre. Patienten mit Diabetes waren zum Zeitpunkt des Schlaganfalls im Durchschnitt etwas älter (Frauen: 67,6 Jahre, Männer: 66,0 Jahre). Während der Studie hat sich das Durchschnittsalter nicht verändert. Eine Vorbelastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestand bei beiden Gruppen: Während die Nicht-Diabetiker geringfügig häufiger an Bluthochdruck litten, waren bei den Diabetikern öfter Herzinfarkte und Vorhofflimmern dem Schlaganfall vorausgegangen.

Der Studie zufolge ist das grundsätzliche Risiko eines Schlaganfalls bei Diabetikern höher, zudem traten häufiger wiederholte Schlaganfälle (Rezidive) auf: Von den Nicht-Diabetikern hatten 22,6 % wiederholt einen Schlaganfall, bei den Diabetikern betrugen die Rezidive 31,1 %. Männer mit Diabetes mellitus hatten 5-mal, diabetische Frauen sogar 7- bis 9-mal häufiger Schlaganfälle als Nicht-Diabetiker. Während sich diese Zahl bei den Männern im Verlauf der Studie nicht veränderte, sank bei den Frauen die Häufigkeit von 9-mal bis auf 6-mal herab.

Differenziert nach erstmaligem und wiederholtem Schlaganfall fielen folgende Tendenzen auf: Die Zahl erstmaliger Schlaganfälle sank bei Männern sowohl mit als auch ohne Diabetes und bei diabetischen Frauen im Verlauf der Studie; bei Frauen ohne Diabetes hingegen blieb die Zahl der erstmaligen Schlaganfälle konstant hoch. Einzig mögliche Erklärung hierfür ist das höhere Alter der Frauen mit erstmaligem Schlaganfall. Wiederholte Schlaganfälle traten bei Frauen und Männern ohne sowie bei Frauen mit Diabetes mellitus im Verlauf der Studie seltener auf, bei Männern mit Diabetes mellitus änderte sich nichts, wofür es allerdings keine Erklärung gibt.

Schlussfolgerungen: Das Schlaganfallrisiko von Diabetikern kann durch eine verbesserte Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermindert werden. Da Menschen mit Diabetes häufiger unter wiederholten Schlaganfällen leiden, sind konsequente und weiterführende Vorbeugungsmaßnahmen notwendig, vor allem bei schon bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei nach wie vor Bluthochdruck und zu hohen Blutfettwerten.


Dr. Karen Schemken, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Aslak Rautio et al., Favorable Trends in the Incidence and Outcome in Stroke in Nondiabetic and Diabetic Subjects. Stroke 2008; 39:1-8.

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