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Erektile Dysfunktion kann erhöhtes Herzkreislaufrisiko anzeigen

(13.08.2008) Eine der häufigsten Folgeschäden des Diabetes ist bei Männern die erektile Dysfunktion. Dabei kann das Vorliegen einer Erektionsstörung wichtige Hinweise auf die erhöhte Gefährdung für einen Schlaganfall, Herzinfarkt oder einen plötzlichen Herztod liefern – auch wenn bisher keine Anzeichen für eine Herzkreislauferkrankung vorliegen. Dies bestätigt eine Studie aus China, an der mehr als 2.000 Männer mit einem Typ 2 Diabetes teilgenommen haben.




Erektile Dysfunktion kann erhöhtes Herzkreislaufrisiko anzeigen
Foto: ISG

Bereits aus früheren Untersuchungen gibt es Hinweise, dass die erektile Dysfunktion beim Diabetes mit einem erhöhten Herzkreislaufrisiko einhergeht. Zur Bestätigung dieser Annahme fehlten bisher jedoch prospektive Daten aus einer größeren Studie. Bei der erektilen Dysfunktion handelt es sich um eine Potenzstörung, die zu Erektionsstörungen führt. Schätzungen zufolge sind mehr als 50 Prozent aller diabetischen Männer über 59 Jahre betroffen – die Dunkelziffer der nicht bekannten Fälle dürfte allerdings hoch sein, da das Thema beim Arzt (leider) noch immer häufig nicht angesprochen wird.

In der aktuellen prospektiven Studie untersuchten Wissenschaftler von der Universität Hongkong 2.306 Männer mit einem Typ 2 Diabetes. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 54 Jahre. Fast 27 Prozent der Teilnehmer waren zu Studienbeginn von einer erektilen Dysfunktion betroffen, gemäß der Definition der „National Institutes of Health Consensus Conference“ 1992. Klinische Zeichen für eine Herzkreislauferkrankung lagen zu diesem Zeitpunkt bei keinem der Männer vor.

In den folgenden vier Beobachtungsjahren dokumentierten die chinesischen Wissenschaftler alle Herzkreislaufereignisse, die bei den Studienteilnehmern auftraten. Dazu gehörten zum Beispiel Herzinfarkte, herzkreislaufbedingte Todesfälle oder auch Verengungen der Herzkranzgefäße, die eine Bypass-Operation notwendig machten. Insgesamt waren 123 Diabetiker betroffen.

Ein Vergleich der Untersuchungsbefunde zu Studienbeginn zeigte, dass vor allem folgende Faktoren das Risiko für ein Herzkreislaufereignis in den Folgejahren ansteigen ließen: Höheres Alter, Vorliegen einer erektilen Dysfunktion, längere Diabetesdauer, Bluthochdruck, erhöhtes LDL- und Gesamt-Cholesterin, niedriges HDL-Cholesterin und Einschränkungen der Nierenfunktion. Nach dem Herausrechnen aller anderen Risiken war die erektile Dysfunktion für sich allein genommen noch immer mit einem statistisch signifikanten Anstieg des Herzkreislaufrisikos um 58 Prozent verbunden (p = 0,018).

Das FAZIT der Wissenschaftler: Bei Männern mit Typ 2 Diabetes kann die erektile Dysfunktion ein erstes Warnsignal für eine bisher nicht erkannte Herzkreislauferkrankung sein. Wenn über Störungen im Sinne einer erektilen Dysfunktion berichtet wird, sollte daher auch die Herzkreislaufgesundheit gezielt untersucht werden.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin von Diabetes-Deutschland.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Ma RC, So WY, Yang X et al. Erectile dysfunction predicts coronary heart disease in type 2 diabetes. J Am Coll Cardiol 2008; 51: 2045-50

 

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