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Albuminurie - Ein wichtiger Risikomarker bei Diabetes mellitus

(18.04.2008) Albumin ist ein Protein, das nur in geringen Mengen im Urin vorkommen sollte. Wenn Albumin in größeren Mengen im Urin nachweisbar ist, dann ist das ein Zeichen für eine Nierenschädigung.


Niere Grafik

Eine Albuminausscheidung im Urin zwischen 30 und 300 mg pro 24 wird als Mikroalbuminurie bezeichnet und weist auf eine beginnende Nierenschädigung bei Diabetes hin. Werte über 300 mg/24 h nennt man Makroalbuminure oder synonym Proteinurie; sie ist ein Hinweis auf eine schwere Nierenschädigung. Häufig ist die Albuminurie mit einem Bluthochdruck verbunden, was nicht nur zu einer weiteren Nierenschädigung, sondern auch zu einem Auftreten und zur Progression von Folgeerkrankungen des Herz- Kreislaufsystems führen kann.

Eine Metaanalyse wissenschaftlicher Veröffentlichungen hat nun bestätigt, dass eine vermehrte Albuminausscheidung im Urin bei Menschen mit Diabetes ein wichtiger Marker ist, um sowohl eine Nierenbeteiligung anzuzeigen, als auch um das Risiko für makrovaskuläre Komplikationen abzuschätzen. Die Analyse von verschiedenen Langzeitstudien konnte zeigen, dass das Risiko für ein späteres komplettes Nierenversagen (terminale Niereninsuffizienz) in direktem Zusammenhang mit der Albuminausscheidung zu Studienbeginn stand. So verdoppelte sich das Risiko für eine  Niereninsuffizienz im Endstadium mit jeder Verdopplung des Albumin-Ausgangswertes im Urin. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die Behandlung einer bereits bestehenden Proteinurie hatte in den Studien direkte Auswirkungen auf das Risiko für Nierenversagen. Jede Senkung der Albuminurie um 50 % reduzierte das Risiko für eine terminale Niereninsuffizienz ebenfalls um fast die Hälfte.

Für die Behandlung einer Albuminurie stehen verschiedene AngiotensinI - und AngiotensinII - Blocker wie etwa die Wirkstoffe Losartan, Valsartan oder Irbesartan zur Verfügung. Auch ACE Hemmer können eingesetzt werden. Der positive Effekt fiel in einigen Studien für eine höhere Dosierung der Medikamente günstiger aus. Um eine optimale Dosierung zu finden, wird daher eine langsame und kontrollierte Steigerung der Dosis empfohlen.

Fazit:
Albumin ist ein wichtiger Risikomarker, der bei allen Menschen mit Diabetes mellitus in regelmäßigen Abständen gemessen werden sollte. Bei ersten Anzeichen für eine Nierenschädigung ist eine medikamentöse Behandlung zu empfehlen, die nicht nur den systemischen Blutdruck sondern auch den Druck in den Nierenglomeruli reduziert und den Proteinverlust senkt. Hierfür stehen insbesondere ACE-Hemmer und AT1-Rezeptorblocker zur Verfügung, die u.a. den Druck im Vas efferens reduzieren. Die Metaanalyse zeigte, dass die Behandlung mit diesen Therapieprinzipien nicht nur der Niere zugute kommt, sondern darüber hinaus das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen reduziert.

Teresa Tamayo, freie Mitarbeiterin von Diabetes-Deutschland.de

Quelle: Basi S. et al., Microalbuminuria in Type 2 Diabetes and Hypertension: A marker, treatment target, or innocent bystander? Diabetes Care 2008; 31 Suppl 2: S194-201.
De Zeeuw D., Raz I., Albuminuria: Agreat Risk Marker, but an Underestimated Target in Diabetes. Diabetes Care 2008; 31 Suppl 2: S190 - 193.

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