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Statine vermindern Sterblichkeit von Diabetikern mit Herzinsuffizienz

(06.02.2008) Neben dem Bluthochdruck zählen erhöhte Cholesterinwerte und andere Fettstoffwechselstörungen mit zu den wichtigsten Risiken für Herz- und Gefäßkrankheiten. Auch Diabetiker sind oft betroffen. Mit der Medikamentengruppe der Statine lassen sich erhöhte LDL-Cholesterinwerte oft erfolgreich senken. Eine aktuelle Auswertung von insgesamt 11 Studien lässt vermuten, dass Statine darüber hinaus auch eine Herzinsuffizienz günstig beeinflussen können.


Mit den Statinen lassen sich erhöhte LDL-Cholestrinwerte oft erfolgreich senken

Mit den Statinen lassen sich erhöhte LDL-Cholesterinwerte oft erfolgreich senken

Bei einer Herzinsuffizienz oder Herzschwäche ist die Funktion des Herzmuskels soweit gestört, dass das Herz nicht mehr genügend Blut in den Körperkreislauf pumpen kann. Die Ursache sind in den meisten Fällen Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (sog. ischämische Herzinsuffizienz), die oft von einem Bluthochdruck begleitet wird. Der Bluthochdruck kann auch alleinige Ursache der Herzschwäche sein. In einigen Fällen ist die Herzinsuffizienz durch Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathien) bedingt. Die Herzinsuffizienz kann sich schnell zu einem gefährlichen Problem entwickeln – sie ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Wissenschaftler um Kumudha Ramasubbu vom Baylor College of Medicine in Houston haben eine Metaanalyse zur Frage durchgeführt, ob Statine das Sterblichkeitsrisiko bei Herzinsuffizienz senken können. In der Vergangenheit hatte es hier bereits Hinweise auf einen günstigen Statin-Einfluss gegeben. Ramasubbu und ihre Kollegen werteten 11 Studien aus, an denen insgesamt mehr als 120.000 Menschen mit einer Herzschwäche teilgenommen hatten. Das Ergebnis: Bei herzinsuffizienten Patienten, die mit einem Statin behandelt worden waren, lag die Sterblichkeit im Beobachtungszeitraum um durchschnittlich 30 Prozent niedriger. Besonders interessant war für die Wissenschaftler die Tatsache, dass dies nicht nur für Personen mit einer ischämischen Herzinsuffizienz, sondern für alle Herzinsuffizienz-Patienten galt – unabhängig von der Ursache für die Herzschwäche.

Ramasubbu und ihr Team schließen aus den Daten, dass Statine über die Cholesterinsenkung hinaus noch andere Wirkungen haben, die für den günstigen Einfluss auf die Herzinsuffizienz verantwortlich sind. Auf der anderen Seite betonen die Autoren der Studie, dass die Aussagekraft von Metaanalysen grundsätzlich eingeschränkt ist: Die vorliegenden Ergebnisse sind ein wichtiger Anhaltspunkt für eine Verbesserung der Überlebenschancen bei Herzinsuffizienz durch die Einnahme von Statinen, aber noch kein Beweis. Zudem müssen bei einer Medikamenteneinnahme immer die möglichen Risiken und Nebenwirkungen beachtet werden. Auf jeden Fall sind die bisherigen Ergebnisse für Statine vielversprechend. Weitere (bereits laufende) Studien sollen nun in der Zukunft klären, ob und in welchem Ausmaß herzinsuffiziente Patienten von einer Statintherapie tatsächlich profitieren können.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin von Diabetes-Deutschland.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: American Diabetes Association. Statins May Offer Unexpected Benefits in Heart Failure. DOC News 2007; 4:1-8

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