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Antikörper gegen einen Zinktransporter zur Vorhersage des Typ 1 Diabetes

(28.01.2008) Die Zerstörung der Insulin produzierenden Beta-Zellen ist die Ursache für einen Typ 1 Diabetes. Bestimmte Zellen des Immunsystems (T Zellen) reagieren hierbei gegen Substanzen des eigenen Körpers, das heißt, sie sind autoreaktiv und greifen bestimmte Strukturen der Beta-Zellen an. Ein Hauptaugenmerk der Typ 1 Diabetesforschung wird daher darauf gelegt, immuntherapeutische Ansätze zu identifizieren und die Zerstörung der Beta-Zellen bei prädiabetischen Personen zu verhindern.




Beim Typ 1 Diabetes richten sich Immunzellen gegen die Beta-Zellen

Hierbei ist es wichtig, frühzeitig diejenigen Personen zu finden, die ein erhöhtes Risiko haben, an einem Typ 1 Diabetes zu erkranken. Verschiedene Zielmoleküle (Antigene) in den Beta-Zellen wurden bisher identifiziert, gegen die das eigene Immunsystem eine Reaktion in Gang setzt. In einer kürzlich veröffentlichen wissenschaftlichen Studie aus dem Barbara Davis Center in Denver (USA) wurde ein weiteres Molekül als ein möglicher Kandidat entdeckt, welches als Antigen fungiert und zur Bildung von Autoantikörpern führt: der Zinktransporter ZnT8.

Als bedeutsame Marker für eine laufende Reaktion des Immunsystems gegen den eigenen Körper werden Autoantikörper gegen Moleküle gebildet, die im Blut nachgewiesen werden können. Solche Autoantikörper können den Ausbruch einer Erkrankung (hier ein Diabetes mellitus) zu einer Zeit vorhersagen, in der ein therapeutisches Einschreiten noch effektiv und erfolgreich sein könnte. Die wichtigsten sind:

1) Antikörper gegen Insulin (Insulin-Autoantikörper, IAA),

2) Antikörper gegen das Enzym Glutamatdecarboxylase (GADA),

3) Antikörper gegen das Enzym Protein Tyrosinphosphatase 2 (IA2-A) und

4) zytoplasmatische Inselzellantikörper (ICA).

Das Forscherteam um John Hutton untersuchte Blutseren von Patienten mit einem frisch diagnostizierten Typ 1 Diabetes und im Vergleich Patienten mit anderen diabetesassoziierten Autoimmunkrankheiten, Patienten mit Typ 2 Diabetes und gesunde Kontrollpersonen. Es konnte gezeigt werden, dass 60-80 Prozent der frisch diagnostizierten Typ 1 Diabetiker Autoantikörper gegen den Zinktransporter ZnT8 aufweisen. Im Vergleich dazu waren in bis zu 30 Prozent der Personen mit anderen Autoimmunerkrankungen, in weniger als drei Prozent der Typ 2 Diabetiker und in weniger als zwei Prozent der Kontrollenpersonen Antikörper gegen den Zinktransporter nachweisbar.

In vorangegangenen Untersuchungen konnten durch Nachweis der ICA auf Gewebeschnitten und durch kombinierte biochemische Bestimmung der Antikörper gegen Insulin, GAD und IA-2 mindestens 80 Prozent der Patienten bei Krankheitsbeginn oder Patienten mit erhöhtem Risiko für einen Typ 1 Diabetes identifiziert werden. Die Bestimmung der Antikörper gegen den Zinktransporter ergeben eine Verbesserung der Vorhersagbarkeit des Typ 1 Diabetes: bei der kombinierten Bestimmung der Autoantikörper gegen Insulin, GAD, IA-2 und den Zinktransporter war zum Zeitpunkt der Manifestation des Typ 1 Diabetes in 98 Prozent der Fälle einer oder mehrere dieser Antikörper positiv.

Fazit:
Antikörper gegen den Zinktransporter ZnT8 können als nützlicher, unabhängiger Marker einer Autoimmunreaktion eingesetzt werden. Diese Antikörper erweitern das Spektrum der Autoimmundiagnostik beim Typ 1 Diabetes und insbesondere zur Vorhersage des Auftretens eines Typ 1 Diabetes bei Risikogruppen.


Dr. Patricia Schott-Ohly, freie Mitarbeiterin von Diabetes-Deutschland.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Wenzlau JM, Juhl K, Liping Y et al. The cation efflux transporter ZnT8 (Slc30A8) is a major autoantigen in human type 1 diabetes. PNAS 104: 17040-17045, 2007

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