Newsletter  |  Mittwoch, 24. Januar 2018, 10:52 Uhr
Startseite

Diabetes-News

Über Diabetes
Fachthemen
Ernährung
Patientenfragen

Praktische Hilfe
Diabetes und Vorsorge
Klinische Studien
Diabetes-Kalender

Selbsthilfe-Suche
Arzt-/Klinik-Suche

 
 
 
gefördert durch:
 
Trinken Sie sich gesund!

Die richtige Trinkmenge und die Auswahl der Getränke sind nicht nur für Personen mit Diabetes wichtig. Auch ein gesunder Körper braucht - um gesund zu bleiben - eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Sämtliche Stoffwechselfunktionen des Körpers sind abhängig von einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr. Der menschliche Körper besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Dieses Wasser dient zum Beispiel als Lösungsmittel für Nähr- und Botenstoffe, hilft durch Schweißbildung bei der Regulation der Körpertemperatur, dient zum Abtransport von gelösten Abbaustoffen durch die Niere und vieles mehr.





Foto: DAK/Hanuschke+Schneider

Durch das natürliche Durstgefühl signalisiert der Körper, dass er dringend Flüssigkeit benötigt. Dieses Durstgefühl lässt mit zunehmendem Alter jedoch nach, sodass hier darauf geachtet werden muss, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Es bietet sich somit an, eine festgelegte Menge an Wasser oder ungesüssten Tees zu Beginn des Tags bereit zu stellen, die dann auch getrunken wird. So behält man die Kontrolle über seine Trinkmenge.

Welche Getränke eignen sich?

Am besten eignen sich Mineralwässer und ungesüsste Früchte- oder Kräutertees. Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke sind nicht geeignet, da sie zu viele Kalorien ohne weiteren Nährwert enthalten sowie zu einer Erhöhung des Blutglukosespiegels führen. Als Alternative können Sie auch auf selbst gemachte kalorienarme Saftschorlen zurückgreifen. Hierzu mixen sie Wasser und Fruchtsaft zu gleichen Teilen im Verhältnis von 10 zu 1, das bedeutet beispielsweise, 100 ml Apfelsaft und 900 ml Wasser. Bei fertig gemischten Saftschorlen aus dem Handel liegt das Mischungsverhältnis von Saft und Wasser bei jeweils gleichen Teilen, sodass es empfehlenswert ist, diese Saftschorlen auch noch einmal zu verdünnen.

Wie viel Flüssigkeit brauche ich?

Der Mindestbedarf pro Tag liegt bei 2 Liter Flüssigkeit. Bei körperlicher Anstrengung, Sport, trockener Luft (verstärkte Verdunstung von Wasser über die Schleimhäute) oder hohen Außentemperaturen kann der Bedarf deutlich über 2 Liter pro Tag liegen. Auch fieberhafte Erkrankungen führen zu einem erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Pro Grad Körpertemperaturerhöhung benötigt der Körper circa einen Liter Flüssigkeit mehr. Beispiel: Bei einer Temperatur von 38°C benötigt der Körper zusätzlich zu den üblichen 2 Litern 1 Liter mehr, also insgesamt 3 Liter.

Saft ist nicht gleich Saft
Im Folgenden geben wir Ihnen eine Übersicht über die verschiedenen Inhaltsstoffe sowie Kohlenhydratanteile und Energiegehalt von Fruchtgetränken:

Das steckt in Fruchtgetränken

Getränk Fruchtanteil Zucker zugesetzt Zutaten
Fruchtsaft 100 % nein reiner Fruchtsaft bzw. Fruchtsaftkonzentrat und Wasser. Bei Multivitaminsäften verschiedene zusätzliche Vitamine
Fruchtnektar 25-50 % bis 20 % Fruchtsaft, Wasser, Zucker bzw. Zuckeraustauschstoff oder Süßstoff
Fruchtsaftgetränk 6-30 % ja Wasser, Fruchtsaft, Aromen, Zucker bzw. Zuckeraustausch-/Süßstoff
Limonade/Cola Gering bis keiner ja Wasser, Zucker, Aromen, Fruchtsaft, Kohlensäure, bei Cola auch Koffein
Limonade/Cola light oder zero Gering bis keiner nein Wasser, Süßstoff, Aromen, Kohlensäure bei Cola auch zusätzlich Koffein





Foto: DAK/Kohlbecher

Reiner Fruchtsaft hat einen Fruchtanteil von 100 Prozent. Ihm dürfen weder Farb- noch Konservierungsstoffe hinzugefügt werden. Bei Multivitamin-Fruchtsäften dürfen Vitamine zusätzlich hinzugefügt werden. Der natürliche Zuckergehalt von Fruchtsäften stammt aus den Früchten und muss bei der Therapie berücksichtigt werden. Angaben über den Herstellungsprozess von Fruchtsäften geben die Bezeichnungen "Direktsaft" und "aus Fruchtsaftkonzentrat". Bei Direktsäften wird der Saft ohne weitere Umwege aus den Früchten gewonnen und abgefüllt. Bei Fruchtsäften aus Fruchtsaftkonzentrat wird dem Saft das Wasser entzogen, um es später wieder hinzuzufügen. Dies geschieht, um Transportkosten zu sparen, wenn beispielsweise die Früchte nicht aus regionalem Anbau sondern aus fernen Ländern stammen.

Fruchtnektare sind mit Wasser verdünnte und zusätzlichem Zucker angereicherte Getränke. Es gibt Fruchtsorten, die als reine Fruchtsäfte nicht genießbar wären. Dies kann an einem hohen Anteil von Fruchtsäuren oder am Fruchtfleisch liegen. Aus diesem Grund werden diese als Fruchtnektare angeboten. Der Fruchtanteil beträgt je nach Sorte 25 bis 50 Prozent. Dem Fruchtnektar darf bis zu 20 Prozent Zucker zugegeben werden. Es gibt auch Produkte, denen anstelle des Zuckers kalorienhaltige Zuckeraustauschstoffe, zum Beispiel Fruktose, zugesetzt wurden. Wir empfehlen Ihnen, auf diese zu verzichten oder sie mit Mineralwasser zu verdünnen. Eine Alternative sind Nektare, die mit kalorienfreien Süßstoffen gesüßt wurden.

Bei Fruchtsaftgetränken liegt der Mindestfruchtgehalt bei 6-30 Prozent. Der Fruchtgehalt ist hier sehr gering. Sie zählen zu den Erfrischungsgetränken, die aus Trinkwasser, Fruchtsaft, Fruchtsaftaromen, Genusssäuren und Zucker oder anderen Süßungsmitteln hergestellt werden. Wegen ihres hohen Zuckergehalts sind sie nicht zu empfehlen. Es sei denn, Sie haben eine Unterzuckerung - dann liefern mit Zucker gesüßte Fruchtsaftgetränke schnell verfügbare Kohlenhydrate.


Coca-Cola

Limonaden bestehen aus Trinkwasser, das mit Zucker, Aromen und/oder Fruchtsaft sowie zum Beispiel Koffein (bei Cola) versetzt wurde. Auf diese zuckerhaltigen Getränke sollten Sie verzichten. Eine Alternative bieten Light-Limonaden, die mit kalorienfreiem Süßstoff gesüßt werden und den Blutglukosespiegel nicht erhöhen. Beispielsweise wäre Cola light wegen des Fehlens an Kalorien sicher empfehlenswert, wenn nicht der hohe Gehalt an Phosphorsäure und natürlich das Koffein an sich, bei einigen Patienten zu Problemen führen könnten und nicht vertragen werden. Gleiches gilt für die darin enthaltenen Zuckeraustauschstoffe bzw. künstlichen Süssstoffe. Zuckeraustauschstoffe führen generell in größeren Mengen leicht zu Magen-/Darmbeschwerden wie Völlegefühl, Durchfall (osmotische Diarrhoe) und Blähungen. Insgesamt werden Diät- sowie Lightprodukte für Diabetiker inzwischen als absolut entbehrlich angesehen.

Gemüsesäfte bestehen zu 100 Prozent aus Gemüse, dürfen aber Zusätze wie Essig, Kochsalz, verschiedene Zuckerarten, Honig, Kräuter und Gewürze enthalten.

Gemüsenektare (Gemüsetrunke) sind mit Wasser verdünnte Gemüsesäfte, welche auch flüssige Zuckerarten sowie die gleichen Zutaten wie die Gemüsesäfte enthalten dürfen. Mischungen verschiedener Gemüsenektare werden als "Gemüsesaft-Cocktail" bezeichnet. Beide Sorten sollten eher als Zwischenmahlzeit denn als Getränke gesehen werden. Sie enthalten teilweise nicht unerhebliche Mengen Kochsalz. Am besten trinken Sie diese deshalb mit Wasser verdünnt.

Kohlenhydrat- und Energiegehalt von Getränken
1 Glas (0,2 Liter) des folgenden Getränks enthält: Kohlenhydrate in g Energie in kcal pro 0,2 Liter
Reiner Orangensaft 18 84
Reiner Apfelsaft 22 96
Multivitamin-Nektar 22 95
Fruchtsaftgetränk 24 98
Limonade 24 98
Cola 22 86
Cola light 0 0,5
Gemüsesaft 6 35
Gemüsetrunk 13 55
Vollmilch 3,5 % 10 130
Milch 1,5 % 10 94


Espresso Kaffee


Foto: Michael Preidel

Kaffee zählt hierzulande zu den beliebtesten Getränken. Grund dafür ist die belebende und anregende Wirkung aufgrund des Koffeingehaltes. Als Durstlöscher eignet er sich aber nicht. Eine Tasse Kaffee (150 Milliliter) enthält je nach Stärke 60 bis 120 Milligramm Koffein.

Schwarzer und grüner Tee enthalten ebenfalls Koffein. Die Wirkung des Koffeins im Tee setzt im Vergleich zu dem des Kaffees verzögerter ein, hält jedoch länger an. Eine Tasse Tee (150 ml) enthält je nach Stärke und Sorte 50 bis 70 mg Koffein. Deshalb sollten Sie grünen und schwarzen Tee in Maßen beziehungsweise nicht zu stark genießen. Tee enthält nennenswerte Mengen an Fluor (wichtig, um den Zahnschmelz zu härten) sowie Gerbstoffe. Letztgenannte gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen.Grüner Tee wird aus den gleichen Teeblättern gewonnen wie schwarzer, ist im Gegensatz zu diesem aber unfermentiert. Beim Fermentieren wandeln Enzyme in den Blättern bestimmte Geschmackssubstanzen (Katechine) um. Grüner Tee schmeckt deshalb herber. Je länger der Tee zieht, desto mehr Gerbstoffe werden gelöst. Beide Teeformen haben positive Wirkungen auf unsere Gesundheit, denn sie enthalten antioxidative Substanzen. Diese können schädliche Sauerstoffverbindungen, so genannte freie Radikale, unschädlich machen.

Sehr zu empfehlen sind Früchtetees, zum Beispiel aus Wegwarte, Kornblume, Erdbeer- oder Brombeerblättern und getrockneten Apfelscheiben, oder Tees aus Hibiscus und Hagebutte. Sie eignen sich hervorragend als Getränke für Diabetiker, da sie kalorienfrei sind und kein Koffein enthalten.
Arzneimitteltees, zum Beispiel spezielle Teemischungen gegen verschiedene Befindlichkeitsstörungen wie Magen- oder Gallentee, Blasen- oder Nierentee, sind Arzneimittel im Sinne des Gesetzes und sollten - ohne entsprechenden Rat des Arztes - nicht länger als drei bis vier Wochen getrunken werden. Sie können alle Teesorten mit etwas Zitronensaft verfeinern und mit kalorienfreiem Süßstoff süßen, auf Zucker sollten Sie jedoch hierbei verzichten.

Milch und alkoholische Getränke sind keine Durstlöscher

Milch enthält Fette, Eiweiße sowie Milchzucker und sollte daher nicht als Durstlöscher dienen.

Auch als Diabetiker dürfen sie in Maßen Alkohol trinken. Ein bis zwei kleine Gläser Bier (0,2 l) oder ein halber Schoppen Wein (0,125 l) pro Tag sind gelegentlich erlaubt.

Trinken bei einer Überzuckerung

Sollten Sie bei einer Messung Ihres Blutzuckers feststellen, dass Sie zuviel Glukose im Blut haben (Hyperglykämie), sollten Sie viel Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungezuckerten Früchte-/Kräutertee trinken. Da der Zucker über die Nieren ausgeschieden wird, führt dies zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust, der kompensiert (ausgeglichen) werden muss.

Sollten Sie an einer Nierenerkrankung bzw Nierenfunktionsstörung leiden, halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt bezüglich der erlaubten Trinkmenge. In solchen Fällen ist es auch ratsam, sich täglich zu wiegen, um den Grad der Überwässerung einschätzen zu können.

Trinken bei einer Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Wenn bei Ihnen eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) auftritt, müssen Sie so schnell wie möglich rasch wirksame Kohlenhydrate in Form von Traubenzucker zu sich nehmen. Geeignet sind auch Fruchtsäfte und gesüsste Nektare, Frucktsaftgetränke sowie Limonaden. Achten Sie darauf, dass es sich nicht um Light-Getränke handelt. Diese sind bei einer Unterzuckerung unwirksam.

Vorsicht bei Grapefruitsaft!

Grapefruitsaft (Pampelmusensaft) kann zu Wechselwirkungen mit vielen Medikamenten führen. Er hemmt das Enzym mit dem Namen CYP3A4 in der Leber und im Darm. Dies führt dazu, dass diverse Arzneimittel nicht in adäquater Zeit abgebaut werden und somit Symptome einer Überdosierung bis hin zu Vergiftungserscheinungen auftreten können. Bereits der Genuss eines Glases Grapefruitsaft kann ausreichen, die Enzyme für 24 Stunden zu hemmen. Eine Normalisierung des Stoffwechsels tritt nach circa 3 Tagen ein. Aus diesem Grunde empfehlen wir Ihnen einen Blick in den Beipackzettel, damit Sie erfahren, ob Grapefruit-Saft den Abbau ihres Medikamentes hemmen kann. Sie finden die Hinweise unter der Rubrik Wechselwirkungen. Wenn Sie Zweifel haben, sprechen Sie ihren behandelnden Arzt an und verzichten Sie auf Grapefruitsaft.


Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quellen:
1. Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie
2. Seden et al. Grapefruit-drug interactions. Drugs. 2010 Dec 24;70(18):2373-407.

Darstellung zum Ausdrucken