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Wichtiges zur Ernährungsbehandlung

Wollen Sie sich richtig ernähren, gesund und vollwertig?
Es wird Ihnen gelingen. Fangen Sie an, ihr Essen mit Bedacht und Spaß zu planen. Hier sind einige wichtige Informationen für Sie.



Hier eine Übersicht über diesen Beitrag:




Foto: AOK-Bundesverband

-Schreiben Sie doch einmal auf, was Sie üblicherweise über den Tag verteilt essen und trinken.
-Die meisten Menschen, auch Diabetiker, essen zu fettreich.
-Sie haben Sorge, dass kohlenhydratreiche Lebensmittel und Speisen Ihren Blutzucker zu sehr erhöhen?
-Ein Hinweis für die, die gern einmal ein Glas Wein oder Bier trinken.
-Wichtig für Diabetiker, die Insulin spritzen.
-Wenn Sie erhöhte Blutfette oder erhöhten Blutdruck haben.
-Wie können Sie sicher sein, dass Sie sich als Diabetiker richtig ernähren?





Diabetiker haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden und Arterienverkalkung zu bekommen. Diabetiker können aber auch einen erhöhten Nutzen aus einer sinnvollen Ernährung ziehen und so den Komplikationen des Diabetes vorbeugen.

Sie denken vielleicht, dass Sie dies nur auf einem Weg der Entbehrungen für Sie möglich ist, bei dem Sie auf alles, was Ihnen lieb und teuer ist, verzichten müssen? Wir wollen Ihnen zeigen, dass eine moderne Ernährungsbehandlung bei Diabetes durchaus die besonderen Vorlieben berücksichtigen kann und auch den Genuss des Essens ermöglicht.


Schreiben Sie doch einmal auf, was Sie üblicherweise über den Tag
verteilt essen und trinken.


Vergessen Sie dabei nicht, auch das zu notieren, was Sie zwischendurch essen und nicht als richtige Mahlzeiten zählen. Notieren Sie auch, was Sie besonders gern essen. Ihre Aufstellung hilft dem Arzt und der Diätassistentin bei Ihrer persönlichen Ernährungsberatung als Diabetiker. Sie werden erfahren, was Sie schon alles zu Ihrer richtigen Ernährung von selbst beigetragen haben. Ihr Arzt wird Ihnen aber auch sagen, welches Verhalten für Ihre Gesunderhaltung als Diabetiker verbesserungsbedürftig ist. Dabei helfen die Kenntnisse über Ihr persönliches Essverhalten. Zusätzlich geben Ihre HbA1c-Werte (Langzeitkontrolle des Blutzuckers), Blutzuckerkontrollen, die Blutfette, der Blutdruck und Ihr Körpergewicht wichtigen Aufschluss darüber, was Sie in Ihrer Ernährung noch tun können, damit Sie leistungsfähig bleiben und sich auf Dauer wohl fühlen.


Die meisten Menschen, auch Diabetiker, essen zu fettreich.


Besonders die gesättigten Fettsäuren sind ungünstig. Das heißt nicht, dass Sie als Diabetiker kein Fett mehr essen sollen, aber es ist günstiger für Sie, statt fetter Wurst, fettem Käse, fettem Fleisch, Sahne, Cremes, Konfekt und fettem Gebäck, fettärmere Sorten zu wählen. Die Portionen sollten bei den fetthaltigen Speisen immer klein sein. Sie werden merken, nicht die großen Mengen verschaffen den Genuss, die Freude beim Essen ist auch bei kleineren Portionen möglich und wird
dann oft viel bewusster.

Für viele sehr fetthaltige Produkte gibt es fettärmere Alternativen, z.B. sind fettarme Milchprodukte, fettarme Wurst- und Käsesorten erhältlich. Die Fleischportionen sollten bei der Mahlzeit auf dem Teller den kleinsten Teil einnehmen. Stattdessen können Sie Gemüse, Salat, Vollkornprodukte, Nudeln, Reis und Kartoffeln großzügiger essen. Für die Blutfette ist es günstig, wenn Sie für die Zubereitung möglichst Fette bzw. Öle, die ungesättigte Fettsäuren enthalten, verwenden und auch 2 mal pro Woche Fisch auf dem Speiseplan haben.


Sie haben Sorge, dass kohlenhydratreiche Lebensmittel und Speisen Ihren Blutzucker zu sehr erhöhen?

Wichtig ist, dass Sie eine bewusste Auswahl treffen und auch besser mehrere kleine Mahlzeiten am Tag essen, als wenige sehr große. Aber die richtigen Kohlenhydrate sind für Sie als Diabetiker wirklich ungefährlich! Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nudeln, Reis, Kartoffeln, frisches Obst und fettarme Milchprodukte sollten einen festen Platz in Ihrer Ernährung haben. So erhalten Sie auch genügend Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe, die bei einer Kost zur Erhaltung der Gesundheit wichtig sind.

Nutzen Sie die Vielfalt des Lebensmittelangebotes, aber achten Sie auf die Mengen, die Sie nehmen. Machen Sie auch Gebrauch von dem vielfältigen Angebotan frischen Kräutern und Gewürzen, um Ihre Speisen schmackhaft zu machen.Lesen Sie bei Produkten, die Sie noch nicht kennen, die Etiketten. Sie geben Ihnen Aufschluss darüber, was an Nährstoffen enthalten ist und auch, wieviel Energie (Kalorien) Sie mit dem Produkt verzehren. Wenn Sie unsicher sind, ob ein bestimmtes Lebensmittel oder Rezept für Sie günstig ist, fragen Sie eine Diätassistentin oder Ihren Arzt um Rat.

Speziell für Diabetiker angefertigte Produkte sind nicht notwendig. Wenn Sie wollen, können Sie jedoch, wie manche Menschen, die auf Ihr Gewicht achten, kalorienfrei mit Süßstoff süßen. Die Ernährung, die Ihnen als Diabetiker zur Gesunderhaltung dient, ist auch für Ihre Familie und Freunde empfehlenswert. Ihre Familienmitglieder und Freunde können die gleichen Speisen essen wie Sie.


Ein Hinweis für die, die gern einmal ein Glas Wein oder Bier trinken.


Achten Sie darauf, dass Sie es wirklich bei einem oder zwei Glas belassen, und trinken Sie nicht mehr. Trinken Sie Alkoholisches immer nur zu einer Mahlzeit. Als Diabetiker, der Insulin spritzt oder Sulfonylharnstofftabletten einnimmt, riskieren Sie sonst eine nicht immer kontrollierbare Unterzuckerung.


Wichtig für Diabetiker, die Insulin spritzen.


Um die Abstimmung der Insulindosis mit der Mahlzeit zu erleichtern, sollten Sie Ihre Kohlenhydratportionen überschaubar wählen. Kohlenhydrattabellen können dabei hilfreich sein. Lebensmittelportionen, die 10 bis 12 Gramm Kohlenhydrate enthalten, können Sie gegeneinander austauschen.
Zu Beginn werden Sie die Portionen vielleicht abwiegen, doch bald schon haben Sie sicher Ihr Augenmaß so trainiert, dass Sie die Portionen richtig schätzen können. Küchenmaße (Löffel, Gläser, Tassen) können das Einschätzen der Mengen vereinfachen.
Die neuen Kohlenhydrattabellen enthalten Schätzhilfen für die Kohlenhydratportionen (siehe auch Schumacher, Toeller: KH-Tabelle, Verlag Kirchheim, Mainz, 2001). 1 KH-Portion (BE/KHE) erhöht den Blutzucker um circa 35 - 55 mg/dl und für 1 KH-Portion werden im Durchschnitt 0,5 - 3,0 Einheiten Normalinsulin benötigt.

Denken Sie daran, dass Sie für alle Fälle und jederzeit Not-Kohlenhydrate (Traubenzucker, Obst, evtl. süßen Saft) greifbar haben, um eine eventuelle Unterzuckerung rasch behandeln zu können. Ungewohnte starke körperliche Betätigung erfordert meist zusätzlichen Kohlenhydratverzehr, damit keine Hypoglykämie auftritt.


Wenn Sie erhöhte Blutfette oder erhöhten Blutdruck haben.


Diabetiker, die erhöhte Blutfette bzw. erhöhte Blutdruckwerte haben, benötigen zwar grundsätzlich keine andere Ernährung als schon beschrieben, jedoch wird es für diese Menschen noch wichtiger, dass sie Übergewicht abbauen und eine fettarme Kost wählen. Eine solche Kost hilft nicht nur die Blutfette und den Blutdruck zu senken, sondern trägt auch dazu bei, dass sich die Blutzuckerwerte ver
bessern.


Wie können Sie sicher sein, dass Sie sich als Diabetiker richtig ernähren?


Neben der regelmäßigen Überwachung der HbA1c-Werte, der Blutfette, des Blutdrucks und der Eiweiß-(Albumin-) Ausscheidung im Urin bei Ihrem behandelnden Arzt können Sie als Diabetiker selbst kontrollieren, ob Ihre Ernährung gesund und richtig ist. Nutzen Sie die Möglichkeiten der Blutzuckerselbstkontrolle. Messen Sie Ihren Blutzucker vor und nach Mahlzeiten und sehen Sie selbst, ob die Werte noch zu hoch liegen und ob Verbesserungen notwendig sind. Ihr Arzt wird Ihnen Rat geben, die richtigen Schritte zu tun.
Vergessen Sie nicht, in regelmäßigen Abständen Ihr Körpergewicht (z.B. einmal pro Woche) zu überprüfen. Es ist ein wichtiges Ziel, ein Gewicht zu erreichen oder zu erhalten, das Ihnen ermöglicht, lange leistungsfähig und beweglich zu bleiben und Ihre Freude am Leben zu erhalten.

Dr. med. Monika Toeller, Deutsches Diabetes Forschungsinstitut Düsseldorf

aus: Diabetes Heute, Schriftenreihe der Deutschen Diabetes Union e.V. 2000


Dieser Beitrag wurde zuletzt im Februar 2009 aktualisiert
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