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Früherkennung

Welches sind die Ziele der Früherkennung?

Die Früherkennungsuntersuchung mittels Bestimmung von Blutzuckerwerten zielt darauf ab, erhöhte Blutzuckerwerte zu erkennen. Bei der Früherkennung wird auch festgestellt, ob ein bisher unbekannter Typ 2 Diabetes mellitus vorliegt. Wenn erhöhte Blutzuckerwerte entdeckt werden, werden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten empfohlen. So soll die Entstehung eines Typ 2 Diabetes mellitus verhindert werden. Andere Möglichkeiten der Früherkennung sind die Bestimmung von Gewicht und Blutfetten oder die Verwendung von Fragebögen, die Gesundheitsrisiken abfragen (Risikofragebögen).

Fehlschlüsse in Bewertungen von Vorsorgeuntersuchungen

Früherkennungsuntersuchungen können Vorteile, aber auch Nachteile mit sich bringen. Unten werden typische logische Fehlschlüsse vorgestellt, die dazu führen, dass eine Früherkennungsuntersuchung positiver bewertet wird, als sie tatsächlich ist.

 

Fehlschlüsse in Bewertungen von Vorsorgeuntersuchungen

1. Freiwillige Teilnahme an der Früherkennung

Personen, die von sich aus zu einer Früherkennungsuntersuchung gehen, sind in der Regel gesundheitsbewusster und auch gesünder als Personen, die sich von der Früherkennung nicht angesprochen fühlen.

2. Überdiagnosen

Wenn bei der Früherkennung Personen fälschlicherweise die Mitteilung erhalten, dass ein Risikofaktor oder eine Erkrankung vorliegt, werden bei diesen tatsächlich jedoch gesunden Personen Behandlungen besonders "wirksam" sein.

3. Lebenszeit mit Diagnose

Die Früherkennung will einen Risikofaktor oder eine Erkrankung in einer frühen Phase erkennen. Das bedeutet, bevor diese zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen einer Routineuntersuchung erkannt werden würde. Wenn jedoch durch die Früherkennung der weitere Gesundheitsverlauf nicht positiv beeinflusst würde, hätte die Früherkennung nur einen Effekt: Die Lebenszeit mit dem Wissen um die Diagnose würde verlängert.

Quelle: Engelgau et al.

4. Verschiedene Krankheitsverläufe

Ein Krankheitsverlauf umfasst den gesamten Zeitraum von der Entstehung einer Erkrankung über das Auftreten von Veränderungen der Laborwerte und dem Auftreten von Symptomen bis hin zum ausgeprägten Krankheitsbild und der Folgen der Erkrankung. Krankheiten, die sich sehr langsam entwickeln, sind häufig weniger schwerwiegend und verursachen eine geringere Sterblichkeit. Diese langsamen Krankheitsverläufe können bei der Früherkennung besser entdeckt werden als andere. Daher kann fälschlicherweise der Eindruck entstehen, dass die Früherkennung zu einem besseren Verlauf der Erkrankung geführt hat.


Wie können diese logischen Fehlschlüsse vermieden werden?

Um nicht den logischen Fehlschlüssen zu erliegen, muss die Wirksamkeit von Früherkennungsuntersuchungen - wie alle anderen medizinischen Behandlungen auch - in Studien überprüft werden. An diese Studien werden besonders hohe Anforderungen gestellt. Die Vorgehensweise wird in den Hintergrundinformationen näher erläutert.

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