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Erhöhte Blutzuckerwerte (EBZW)

Was bedeuten erhöhte Blutzuckerwerte (EBZW)?

Erhöhte Blutzuckerwerte liegen über den von medizinischen Fachgesellschaften als normal definierten Werten. Bei stärker erhöhten Blutzuckerwerten wird ein Diabetes mellitus diagnostiziert. Die Werte können aber nur grenzwertig erhöht sein, d.h. über dem Normalwert liegen, ohne dass ein Diabetes mellitus diagnostiziert wird. Diese grenzwertig erhöhten Blutzuckerwerte sind mit einem erhöhten Risiko für Typ 2 Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Das heißt, Personen mit erhöhten Blutzuckerwerten entwickeln häufiger einen Typ 2 Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei vielen Personen bilden sich die erhöhten Blutzuckerwerte jedoch auch wieder zurück.

Quelle: Alberti; World Health Organisation (WHO)

Wie kann ein erhöhter Blutzuckerwert festgestellt werden?

Der erhöhte Blutzucker kann entweder als erhöhter Nüchternblutzucker (d.h. Blutzuckerwert nach 8-stündiger Fastenzeit) oder als gestörte Glukosetoleranz (erhöhter Blutzuckerwert 2 Stunden nach Aufnahme von 75 g Traubenzucker) festgestellt werden. Es können auch beide Blutzuckerwerte erhöht sein. Eine gestörte Glukosetoleranz ist mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden als der erhöhte Nüchternblutzucker.


Nüchternblutzukerwert

Nüchternblutzuckerwert

1. Erhöhter Nüchternblutzucker

Ein gestörter Nüchternblutzucker liegt vor, wenn

  • der aus dem Venenblut bestimmte Blutzucker nüchtern gleich oder höher als 100 mg/dl (5,6 mmol/l), aber unter 126 mg/dl (7,0 mmol/l) ist.

2. Gestörte Glukosetoleranz

Eine gestörte Glukosetoleranz liegt vor, wenn

  • der aus dem Venenblut bestimmte Blutzucker im oralen Glukosetoleranztest (2 Stunden Wert), gleich oder höher als 140 mg/dl (7,8 mmol/l), aber unter 200 mg/dl (11,1 mmol/l) ist (und der Nüchternblutzuckerwert unter 126 mg/dl (7,0 mmol/l).
Quelle: Kerner et al. / Waugh et al.; Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.

 

Blutzuckerwert

Ab einem Blutzuckerwert von 126 mg/dl nüchtern oder 200 mg/dl 2 Stunden nach Trinken der Zuckerlösung im oralen Glukosetoleranztest (OGTT) wird die Diagnose Diabetes mellitus gestellt. Ein Diabetes mellitus ist verbunden mit einem erhöhten Risiko für Schäden am Herz-Kreislauf-System und anderen Organen. Besonders betroffen sind Nerven, Augen und Nieren.

Beim Diabetes mellitus werden zwei Hauptformen unterschieden:

  • Der Typ 1 Diabetes mellitus. Er tritt vorwiegend im Kindes- und Jugendalter auf und muss sofort mit Insulin behandelt werden.
  • Der Typ 2 Diabetes mellitus tritt vorwiegend bei älteren Menschen auf und wird zu Beginn häufig ganz ohne Medikamente oder nur mit Tabletten behandelt.

Der Blutzucker kann in der Maßeinheit mg/dl (Milligramm pro Deziliter) oder in mmol/l (Millimol pro Liter) angegeben werden. Welche Maßeinheit gewählt wird, hängt vom Labor ab.

 

Wie häufig sind erhöhte Blutzuckerwerte?

Für Männer und Frauen zwischen 55 und 74 Jahren liegen folgende Zahlen vor:

Frauen

Bei etwa fünf von 100 Frauen liegt ein gestörter Nüchternblutzucker und bei etwa 16 von 100 Frauen liegt eine gestörte Glukosetoleranz vor.

Männer

Bei etwa zehn von 100 Männern liegt ein gestörter Nüchternblutzucker und bei etwa 17 von 100 Männern liegt eine gestörte Glukosetoleranz vor.

Nicht immer entwickelt sich aus erhöhten Blutzuckerwerten ein Typ 2 Diabetes mellitus. Schätzungen zu Folge entwickelt sich bei der Hälfte der Personen mit erhöhten Blutzuckerwerten im Laufe ihres Lebens ein Typ 2 Diabetes mellitus. Bei der anderen Hälfte entwickelt sich kein Typ 2 Diabetes mellitus. Wer zu den 50 von 100 Personen gehört, die später die Diagnose Diabetes erhalten werden, kann nicht vorhergesagt werden.

 

Wie funktioniert der Zuckerstoffwechsel?

Abbildung 1 zeigt den Magen-Darm-Kanal. Stärke, zum Beispiel im Brot, wird im Darm zu einzelnen Traubenzuckerbausteinen (weiße Zuckerwürfel im Bild) abgebaut. Traubenzucker wird auch Glukose genannt. Die Glukose gelangt aus dem Darm zur Leber und in andere Körperzellen.

In der Leber wird Glukose in Form von Glykogen (Zuckerwürfelberg im Bild) gespeichert. Wenn Glukose im Körper benötigt wird, gibt die Leber Glukose an das Blut ab.

Mit dem Blut gelangt die Glukose zu den Körperzellen. Die Zellen benötigen Glukose als Energielieferant für den Stoffwechsel. Die Glukose kann aus eigener Kraft heraus aber nicht in die Zellen gelangen.

Insulin ist der Schlüssel, der diese Zellen aufschließt, damit Glukose hineingelangen kann. Insulin ist ein Hormon. Es wird in den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse gebildet.


Abbildung 1: Zuckerstoffwechsel

Abbildung 1: Zuckerstoffwechsel

Wie wirkt Insulin?

Insulin sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel normal bleibt. Die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse messen den Blutzuckerspiegel (Fragezeichen in der Abbildung 2). Wenn der Blutzucker ansteigt, geben die Inselzellen Insulin ab.

Insulin bewirkt in der Leber, dass die Glukose in Form von Glykogen (Zuckerwürfelberg) gespeichert wird. Zusätzlich sorgt das Insulin auch dafür, dass weniger Glukose aus dem Glykogenvorrat der Leber ins Blut gelangt.

Außerdem wirkt das Insulin an den Muskel- und Fettzellen. Es ermöglicht, dass Glukose aus dem Blut in diese Zellen gelangt.

Insulin ist auch für den Eiweißstoffwechsel wichtig. Ohne Insulin wird Eiweiß (auch Muskeln) vermehrt abgebaut. Wenn zu wenig Insulin vorhanden ist, wird auch verstärkt Fettgewebe abgebaut.

Insulin ist dafür verantwortlich, dass all diese Stoffwechselvorgänge funktionieren. Wenn das Insulin nicht mehr seine Schließfunktion erfüllen kann oder wenn es in ausreichender Menge fehlt, erhöht sich der Blutzucker.


Abbildung 2: Zuckerstoffwechsel

Abbildung 2: Zuckerstoffwechsel

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