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Test zur Früherkennung

Welche Blutzucker-Tests stehen für die Früherkennung von erhöhten Blutzuckerwerten zur Verfügung?

Zunächst wird die Bestimmung des Nüchternblutzuckers vorgestellt. Die Früherkennung kann auch anhand des oralen Glukosetoleranztests erfolgen. Dieser Test ist zurzeit derjenige Test, der die treffsicherste Aussage liefert.

 

Die Nüchternblutzuckerbestimmung

Der orale Glukosetoleranztest

 


Die Nüchternblutzuckerbestimmung

Wie funktioniert die Nüchternblutzuckerbestimmung?

Der Nüchternblutzucker ist der Wert, der nach mindestens acht Stunden ohne Nahrungsaufnahme gemessen wird. Dazu wird das entnommene Blut im Labor ausgewertet und der Blutzuckerwert ermittelt.

Wie treffsicher ist der Test?

Medizinische Tests sind nicht 100 prozentig treffsicher. Aus Studien liegen zu den Tests Erkenntnisse vor, wie viele der Kranken oder Betroffenen (hier: Personen mit erhöhten Blutzuckerwerten) richtig aufgespürt werden und wie viele der Gesunden bzw. Nicht-Betroffenen (hier: Personen ohne erhöhte Blutzuckerwerte) richtig aufgespürt werden. Ebenso liegen Erkenntnisse vor, wie viele Personen mit erhöhten Blutzuckerwerten übersehen werden bzw. auch, wie viele ohne erhöhte Blutzuckerwerte fälschlicherweise als Betroffene bezeichnet werden.

Ein erhöhter Nüchternblutzucker oder eine gestörte Glukosetoleranz sind bedeutsame Risikofaktoren für Typ 2 Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die gestörte Glukosetoleranz hat dabei nachgewiesenermaßen eine größere Bedeutung.


Wie gut wird mit der Nüchternblutzuckerbestimmung die gestörte Glukosetoleranz erkannt?

Der gestörte Zuckerstoffwechsel kann sich als erhöhter Nüchternblutzucker, als gestörte Glukosetoleranz oder in einer Kombination aus beidem zeigen. Mit der Nüchternblutzuckerbestimmung werden die Personen mit erhöhtem Nüchternblutzucker erkannt, aber nur ein Teil derer, die eine gestörte Glukosetoleranz im oralen Glukosetoleranztest zeigen.

29 bis 41 von 100 Personen mit gestörter Glukosetoleranz werden erkannt, da sie gestörte Glukosetoleranz und erhöhten Nüchternblutzucker haben. Die übrigen 59-71 Personen werden nicht erkannt, da sie nur eine gestörte Glukosetoleranz haben, die der Nüchternblutzuckertest jedoch nicht aufdeckt.

18 bis 25 von 100 Personen, die keine gestörte Glukosetoleranz haben, haben auch keinen erhöhten Nüchternblutzuckerwert, daher auch kein positives Ergebnis im Nüchternblutzuckertest. Die übrigen 75-82 Personen haben einen erhöhten Nüchternblutzucker, das heißt, der Nüchternblutzuckertest fällt positiv aus.

Wenn der Nüchternblutzuckerwert erhöht ist, erfolgt zur weiteren Abklärung ein oraler Glukosetoleranztest. Es kann jedoch auch gleich ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt werden.


Wie verlässlich ist das Testergebnis?

Wenn bei 100 Personen nach dem ersten Test der Befund "gestörte Glukosetoleranz" lautet, erhalten bei Wiederholung des Tests:
39 bis 61 Personen den Befund "normale Glukosetoleranz",
33 bis 48 Personen den Befund "gestörte Glukosetoleranz" und
6 bis 13 den Befund "Diabetes mellitus".

Wenn bei 100 Personen nach dem ersten Test der Befund "erhöhte Nüchternblutzuckerwerte" lautet, erhalten bei Wiederholung des Tests:
32 bis 39 Personen den Befund "normale Glukosetoleranz",
51 bis 64 Personen den Befund "erhöhte Nüchternblutzuckerwerte" und
5 bis 10 den Befund "Diabetes mellitus".

Wenn 100 Personen nach dem ersten Test ohne Befund sind, erhalten bei Wiederholung des Tests:
93 bis 95 Personen diese Diagnose auch beim zweiten Test.
4 bis 7 Personen erhalten den Befund "gestörte Glukosetoleranz" oder "erhöhter Nüchternblutzucker" und
eine von 200 Personen den Befund "Diabetes mellitus".

Wenn bei 100 Personen nach dem ersten Test der Befund "Diabetes mellitus" lautet, erhalten bei Wiederholung des Tests:
59 bis 77 Personen diesen Befund auch beim zweiten Test.
15 bis 32 Personen erhalten den Befund "gestörte Glukosetoleranz" oder "erhöhter Nüchternblutzucker" und
4 bis 15 Person sind ohne Befund.

Nahezu alle Personen, die beim zweiten Test nicht mehr die Diagnose "Diabetes mellitus" erhalten, haben bei der zweiten Messung die Diagnose "grenzwertig erhöhte Blutzuckerwerte".

Quelle: Balion et al

Wie wird der Test durchgeführt?

Vor dem Test müssen Sie mindestens acht Stunden auf Nahrung und Getränke (außer Wasser) verzichten. Die Bestimmung erfolgt aus dem Venenblut. Das Venenblut wird aus den Venen der Ellenbeuge oder des Handrückens entnommen. Wenn der Nüchternblutzuckerwert erhöht ist, erfolgt zur weiteren Abklärung ein oraler Glukosetoleranztest. Es kann jedoch auch gleich ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt werden.

 

Der orale Glukosetoleranztest

Wie funktioniert der orale Glukosetoleranztest?

Für den Test ist eine Periode des Fastens erforderlich - wie für den Nüchternblutzuckertest. Der Test beginnt ebenso wie der Nüchternblutzuckertest mit einer Nüchternblutzuckermessung. Dann wird eine Zuckerlösung getrunken. Der damit ansteigende Blutzucker löst eine Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse aus. Das Insulin bewirkt eine Aufnahme des Zuckers in die Zellen, sodass der Zuckerspiegel im Blut nach Trinken der Zuckerlösung nicht stark ansteigt. Wenn Insulin jedoch in zu kleiner Menge ausgeschüttet wird oder nicht richtig wirkt, steigt der Blutzucker stark an.


Glukosetoleranztest

Wie wird der Test durchgeführt?

Der Test wird morgens durchgeführt. Mindestens 8 Stunden vorher darf weder gegessen noch getrunken werden (Wasser ist erlaubt).

Während des Tests sollen jegliche Muskelanstrengungen vermieden werden. Die Durchführung erfolgt daher im Sitzen oder Liegen. Rauchen während des Tests ist nicht erlaubt.

Für die Durchführung des Tests werden zu Beginn (Zeitpunkt 0) 75 g Traubenzucker (Glukose) in 300 ml Wasser verabreicht. Diese Lösung wird innerhalb von 5 Minuten getrunken. Zudem erfolgen zwei Blutentnahmen. Die erste zum Zeitpunkt 0 und die zweite nach 2 Stunden. Die Blutentnahmen erfolgen entweder aus der Vene oder aber aus dem Finger (kapilläres Blut).

Eine gestörte Glukosetoleranz kann bei gesunden Menschen auch nach längerem Fasten oder Kohlenhydratmangelernährung oder bei akuten Erkrankungen auftreten.

 

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